Stolz auf die Mundart
Echo hilft – Bei Benefizkonzert im Bessunger Jagdhofkeller singt Jürgen Poth Lieder in Dialekt
Gude Ihr Leit“ begrüßt Jürgen Poth die Besucher im Jagdhofkeller, „am achten Tag erschuf Gott den Dialekt.“ Und den hat er drauf, denn er ist seine Muttersprache. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Gitarrist mit irischer und keltischer Folklore. Vor fünf Jahren hatte er die Idee, Mundart-Texte auf bekannte Melodien zu schreiben. Als der „Guggugg aus Spachbrücken“ sie vortrug und noch ein paar Witze in seinem Heimat-Idiom erzählte, war der Erfolg so groß, dass er seither nichts anderes mehr tut.
„Bei uns dehaam do schwätzt ma, wie’s Maul gewachse is“, erklärt er – und so heißt auch sein aktuelles Programm. Die Refrains hat er kopiert und auf allen Tischen ausgelegt, damit die Besucher mitsingen können. Hochdeutsch vergleicht Poth mit seiner Frau: „Ich kenn se, aber ich beherrsch sie net.“ Aus „Tür an Tür mit Alice“ wird „Tante Ellis“ und „Aber bitte mit Sahne“ heißt bei ihm „Denn ich bin Ourewäller“. Dazwischen hagelt es anzügliche Witze und Geschichten – selbst den „Münchner im Himmel“ erzählt er in südhessischer Mundart.
Vier Mal im Jahr lässt Poth eine Tradition in Reinheim wieder aufleben, den „Kumm-Ouwend“, zu dem eingeladen ist, der etwas in Mundart vortragen will. „Texte aus dem Odenwald handeln oft von schönen Frauen“, erzählt er, „und wenn sie besonders gut sind, stirbt am Schluss einer.“ Manchmal endet er sogar am Galgen und die Zuschauer singen „Gugg nor wie er boamelt“. Poths Texte sind deftig und manchmal auch ausgesprochen schlüpfrig – aber sie vermitteln stets so etwas wie Authentizität. „Mer sinn stolz uff unser Mundart“ singt der ganze Saal, „ich bin, Du bist, mer sin aus em Ourewoald.“

![]() |
![]() |
Flirt mit der Geige
Benefizkonzert – Caroline Adomeit musiziert in Darmstadt zugunsten der Aktion „Echo hilft“
Der Kontrast ist augenfällig. Auf ihrer Geige bewegt sich Caroline Adomeit in höheren Sphären: keine technische Schwierigkeit, der sie sich am Sonntag beim Benefizkonzert für die Aktion „Echo hilft“ zugunsten des „Vereins für krebs- und chronische kranke Kinder“ nicht stellte. Auf der anderen Seite präsentierte die junge Musikerin ihr Programm derart charmant und locker, dass man sich fragte, ob sie gerade ihr Instrument, die Pianistin oder das Publikum anflirtete.
Im ausverkauften Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek begann der Abend mit Schuberts Fantasie in C-Dur, (D 934), einem der letzten Werke Schuberts vor seinem Tod. Damit mutete Adomeit sich und ihrer Begleiterin Nadiya Cholodkova schon zum Einstieg Schwerstarbeit zu. Raus aus dem Abendkleid, rein in die Jeans, präsentierte Adomeit auch eigene Arrangements aus der Unterhaltungsmusik. Ob irisches Jig, eine Adaption des Jazz-Klassikers „Take Five“ oder Tango, die Künstlerin konnte gut und gerne auf die Bigband, für die eine ihrer Zugaben geschrieben war, verzichten. Was braucht man das Orchester, wenn Violine und Klavier sich wie an diesem mit vielen Bravos bedachten Abend selbst genügen?
Benefizkonzert – Philharmonie Merck spielt 45 000 Euro ein
Die höchste Einzelspende der „Echo hilft“-Aktion überbrachten Merck-Unternehmenssprecher Walter Huber (links) und Philharmonie-Manager Jürgen Reinhardt (zweiter von rechts). Reiner Buchhold vom Verein für krebskranke Kinder und ECHO-Chefredakteur Jörg Riebartsch (rechts) nahmen den Scheck gerne entgegen. Foto: Hermann Heibel
„Unsere Heimat ist Darmstadt. Deshalb fühlen wir uns den Menschen hier besonders verbunden und spenden den Erlös des Neujahrskonzerts traditionell an gemeinnützige Projekte rund um unseren Standort“, sagte Walter Huber. „Da ich um das Niederschmetternde der Diagnose Krebs weiß, haben wir uns an der diesjährigen Hilfsaktion der ECHO-Zeitungen ohne langes Zögern beteiligt. Gemeinsam geht’s einfach noch besser.“
ECHO-Chefredakteur Jörg Riebartsch dankte den Zuschauern und den Teilnehmern auf und hinter der Bühne für ihr „großes, weites Herz“, das die höchste „Echo-hilft“-Einzelspende bei diesem Projekt möglich gemacht hat. 97 Prozent des Geldes kommt direkt bei den Betroffenen an, versprach der zweite Vereinsvorsitzende Reiner Buchhold.
AHC Oberflächentechnik GmbH spendet 1500 Euro
AHC Oberflächentechnik GmbH, Niederlassung Weiterstadt, hat anstelle von Weihnachtsgeschenken für seine Geschäftspartner, den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder e.V. Darmstadt mit 1500 Euro unterstützt. Am 12.Januar 2012 besuchten der Vertriebsleiter von AHC Oberflächentechnik GmbH Uwe Matuschkiewitz und Lisiane LeJuge-Klein unsere Beratungsstelle.
Der Geschäftsführer Gerd Grünewaldt und die Familientherapeutin Berti Stahlecker stellten den Verein und die geplanten Projekte für dieses Jahr vor.










